Eine der derzeit größten globalen Herausforderungen ist die Versorgung der weiterhin wachsenden Weltbevölkerung mit gesunden Lebensmitteln so zu sichern, dass auch nachfolgende Generationen noch ausreichend Ressourcen für ihre Ansprüche zur Verfügung haben. Zwar ist der Anteil derjenigen, denen keine ausreichende Nahrung zur Verfügung steht, in den vergangenen Jahrzehnten weltweit deutlich gesunken. Allerdings ist in Afrika südlich der Sahara die Zahl der Hungernden deutlich weniger zurückgegangen als in anderen Regionen und kürzlich durch Konflikte und kriegerische Auseinandersetzungen sogar wieder angestiegen. Gleichzeitig wächst die Bevölkerung weltweit besonders dort, wo heute schon viele Menschen hungern. 

Neben der ‚energetischen‘ Versorgung mit Nahrungsmitteln spielt eine ausgewogene und gesunde Ernährung heute mehr denn je eine Rolle. Die Zahlen der Weltgesundheitsorganisation weisen aus, dass neben einer mangelnden Versorgung mit lebenswichtigen Mineralstoffen und Vitaminen auch Übergewicht und damit verbundene Folgekrankheiten auf dem Vormarsch sind. Diese Entwicklung findet vor dem Hintergrund einer - bedingt durch Bodendegradierung - abnehmenden Produktionsfläche, sinkender Wasservorräte und zunehmenden Trockenperioden statt. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, muss die Entwicklung von Wertschöpfungsketten anstelle einer rein ökonomischen Betrachtungsweise berücksichtigen, dass besonders benachteiligte Bevölkerungsgruppen ausreichend versorgt werden. 

In diesem Sinne gilt es, neben einer deutlichen Steigerung der Produktion pflanzlicher und tierischer Lebensmittel auch alle Prozesse nach der Produktion, also Nacherntebehandlung, Verarbeitung, Transport und Vermarktung deutlich zu verbessern, um Verluste zu vermindern und die wertgebenden Inhaltsstoffe zu erhalten. Es sind regional angepasste und gut abgestimmte Strategien zu entwickeln, um die Wertschöpfungsketten unter dem Blickwinkel der Ernährungssicherung, der ökologischen Nachhaltigkeit, der Lebensmittelsicherheit und einer gesunden Ernährungsweise zu optimieren. Zur Sicherstellung einer bedarfsangepassten Versorgung müssen die Präferenzen der Verbraucher im Hinblick auf ihre Nahrungsmittel berücksichtigt und das Wissen über die Zusammenstellung und Zubereitung gesunder Nahrung verbessert werden. Die Forschungsarbeiten des Arbeitsgebietes „FoodAfrica“ konzentrieren sich dabei auf Länder Afrikas südlich der Sahara. 

Vorhandene Expertise: Wertschöpfungskettenmanagement, Nachhaltige Landwirtschaftliche Produktion, Nach-Ernte Behandlung, Ernährungswissenschaften, Governance, Bekämpfung von Infektionskrankheiten (Malaria, Parasiten von Menschen und Tieren) 

Ansprechpartner:

Prof. Dr. Wolfgang Bokelmann
Ökonomik der Gärtnerischen Produktion