Der Arbeitsbereich will dazu beitragen, die Bedingungen für eine artgerechte Haltung Lebensmittel-liefernder Tier unter dem Gesichtspunkt von Nachhaltigkeit und Tierwohl zu gestalten. Als wichtigen Aspekt bearbeiten wir die Bedeutung der Ernährung für die Entwicklung von Jungtieren, die durch ein breites Spektrum von endo- und exogenen Faktoren beeinflusst wird. Immer mehr zeigt sich, dass Ereignisse während des intrauterinen und frühen postnatalen Lebens komplexe physiologische und immunologische Reaktionsmuster induzieren, die das Wachstum, den Stoffwechsel und kurz- und langfristig die Gesundheit beeinflussen.

Abgesehen von den direkten Auswirkungen von spezifischen Nahrungs- oder Futtermitteln und Nährstoffprofilen gibt es zunehmend Hinweise darauf, dass die Darmmikrobiota als treibende Kraft für die Aufrechterhaltung von Wohlbefinden und Gesundheit sowohl in der neonatalen Phase als auch im Alter von größter Bedeutung ist. Ein systematischer, integrativer Ansatz ist erforderlich, um die Auswirkungen von ernährungsphysiologischen und mikrobiellen Faktoren bei jungen und älteren Individuen aufzuklären. Schweine sind ein weltweit wichtiges Haustier und werden zudem zunehmend als wichtiges Modelltier für den Menschen betrachtet. So können die Entwicklungsinteraktionen zwischen Sau und Ferkel nicht nur für die Zieltierart wesentliche Informationen geben, sondern können auch als attraktives Modell für Mutter-Kind-Interaktionen beim Menschen genutzt werden.

Bei der Zucht von Nutztieren ist darauf zu achten, dass nicht nur Leistungsparameter berücksichtigt werden, sondern von vornherein auch das Tierwohl in Betracht gezogen wird. Durch gezielte Zucht unter Zuhilfenahme genetischer Marker kann erreicht werden, dass Tiere nicht einseitig spezialisiert sind, z. B. auf Fleischansatz oder Eiproduktion.  Ziel sind gesundheitlich stabile, vielseitig nutzbare Tierrassen. Auch optimale Haltungsbedingungen müssen zum Tierwohl beitragen.

 

Ansprechpartner:

Prof. Dr. Jürgen Zentek
Institut für Tierernährung, FU Berlin